Friederike Matheis,
Sophie Löffler

"Fälle fallen nicht vom Himmel"

Mediation braucht Marketing:

Der ELEVATOR PITCH

Eine kurzgefasste Einführung ins Mediationsmarketing und sein wichtiges Instrument "Elevator Pitch" - die an der Dauer einer Aufzugfahrt orientierte Kurzvorstellung der eigenen Person und Tätigkeit. Vom Einstieg in den Wettbewerb um Aufträge über die Entwicklung einer Marketingstrategie bis hin zu ihrer praktischen Umsetzung verdeutlichen die Autorinnen Schritt für Schritt, wie potentielle Kunden vom Nutzen der Dienstleistung "Mediation" überzeugt werden können.

Originalbeitrag (= Edition MM, Hg.: Julia Wiese und Matthias Schütz/Mediativer Mittwoch, Heft 4).

2016
geheftet, 16 Seiten, 6 Abb., 21 x 14,5 cm.

Preis: (D) Euro 8,00
(zzgl. EUR 2,00 Versandkostenbeitrag)
Nur direkt über den Verlag bestellbar, nicht aber im Buchhandel, per VLB oder www.buchhandel.de!
Bitte nutzen Sie für Ihre Bestellung das E-Mail-Formular unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und vergessen Sie nicht die Versandanschrift.

Link zu Edition MM 1MM 2MM 3

 

Leseprobe / AutorInnen

 
Leseprobe
 
(...) 

MediatorInnen sind DienstleistungsunternehmerInnen!

(...) In der Regel sind MediatorInnen EinzelunternehmerInnen oder, im Falle eines verbindlichen Zusammenschlusses mit anderen Mediatoren zu einer Gesellschaft bür­gerlichen Rechts, Kleinunternehmer, für die grundsätzlich alle Regeln des Dienst­­leistungsmarketings gelten. Fachwissen und Fachkompetenz alleine reichen auch bei ihnen nicht aus, um Erfolg zu haben. Hinzu kommen muss, das Fachwissen und die Fachkompetenz den Marktbedürfnissen entsprechend anzubieten, d. h. öffent­lich so zu präsentieren, dass potenzielle Kunden sich davon angesprochen fühlen. MediatorInnen betätigen sich somit als selbständige UnternehmerInnen, auch wenn ihnen dies zunächst nicht bewusst ist.

Das Fundament des Dienstleitungsunternehmens bauen!

Um ein standfestes Gebäude zu errichten, muss zuerst ein stabiles Fundament ge­baut werden, auf dem das Gebäude steht, das es stabilisiert und auch bei Er­schütterungen trägt. Erst danach können die Wände gestellt und das Dach gesetzt werden.

Wenn Sie sich daher als „KleinunternehmerIn MediatorIn“ selbständig machen, Ihr persönliches Unternehmensgebäude errichten und sich in den Wettbewerb des Marktgetümmels stürzen wollen, sollten Sie dafür als Erstes ein stabiles Fun­da­ment legen. Dazu ist die Klärung einiger wesentlicher, sehr persönlicher Vorfragen erforderlich:

  • Wer bin ich als (Unternehmer-) Persönlichkeit?
  • Was will ich als diese Persönlichkeit, als MediatorIn, in die Welt bringen?
  • Warum, wofür will ich das tun (The reason why)? Was sind meine Be­weg­gründe? Was motiviert  mich?

Wer bin ich?

Bevor Sie sich jedoch als UnternehmerIn in den Wettbewerb mit anderen Un­ter­nehmerInnen begeben, die ähnliche Leistungen wie Sie anzubieten haben, sollten Sie sich zunächst einmal selbst gründlich kennen lernen.

Sie sollten wissen, welchen Sinn Siein Ihrem Beitrag auf diesem Markt sehen, und Sie sollten Klarheit über Ihre Wertehaben. Bei dem amerikanischen Unterneh­mensberater und Autor John Strelecky heißt das, den „Zweck der Existenz“ (ZDE) des eigenen Dienstleistungsunternehmens kennen, um damit nachhaltig erfolgreich zu sein. „Erfolgreiche Führungskräfte beginnen etwas, das so stark mit ihrem ZDE verknüpft ist, dass die … Aufgabe nicht nur eine Chance, sondern eine per­sön­liche Notwendigkeit für sie ist.“ (The Big Five for Life – Was wirklich zählt im Leben, dtv, München 2009, S. 227).

Was kann ich gut?

Sie sollten Ihre Begabungen, Fähigkeiten und Kompetenzen kennen. Zu den Grund­kompetenzen von MediatorInnen gehört das sichere und authen­ti­sche Auftreten und die Beherrschung der empathischen Kommunikation.

Gehören Sie nun zu den Menschen, die ihr großes Fachwissen in geschliffener Spra­che gerne schriftlich zum Ausdruck bringen, im persönlichen Kontakt mit Menschen dagegen eher unsicher oder schüchtern sind, benötigen Sie viel Übung, um sich die nötigen kommunikativen Kompetenzen und die Autorität eines Mediators/einer Me­­diatorin anzueignen. Vielleicht entscheiden Sie sich deshalb nach ehrlicher Selbsterforschung, eher als Fachautor auf dem Gebiet der Mediation tätig zu sein, anstatt selbst Mediationen durchzuführen.

Die von Ihnen zu beantwortende Frage ist also: Was entspricht mir wirklich? Wel­ches Tun würde mich zutiefst befriedigen? Diese Selbsterforschungsarbeit, sei es in einem Persönlichkeitsentwicklungstraining oder in einem Coaching-Prozess, ist eine sinnvolle Investition in Ihre berufliche Selbständigkeit. Schließlich geht es darum, später genügend Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen und Durchsetzungskraft auf­zu­bringen, wenn sich erste unternehmerische Herausforderungen und Stol­per­stei­ne zeigen.

Was möchte ich konkret bewirken und in die Welt bringen?

Hier geht es um die Frage, was Sie als MediatorIn in Ihrem Umfeld, in Ihrer Stadt, in welchen Bereichen oder Strukturen ganz konkret bewirken möchten.

Über welche Lebenserfahrungen, Kontakte und Verbindungen verfügen Sie? Auf welchem Gebiet haben Sie Fach- und Feldkompetenzen? Interessieren Sie sich für Familienkonflikte, Schulkonflikte, Paarkonflikte oder Mietstreitigkeiten? Oder fühlen Sie sich eher berufen, in Wirtschaftskonflikten, Unternehmens- oder Arbeitsstreitigkeiten zu mediieren? Möchten Sie an Mediationen im Bauwesen, im öffent­lich-rechtlichen Bereich, an Gemeinwesen-Lösungen mitwirken, in umwelt­rechtlichen Streitigkeiten mediieren oder sich im Bereich von Konflikten bei der Flüchtlings- und Migrantenintegration engagieren?

Welches Betätigungsfeld liegt Ihnen am Herzen? Haben Sie eine Vision, wie Sie mit Ihrer Mediation die Welt verbessern möchten? Haben Sie bereits Resonanz auf Ihre Aktivitäten erfahren? Welche Menschen kommen schon jetzt gerne auf Sie zu mit der Bitte um Beratung oder Vermittlung? Was passt zu Ihren Kompetenzen? Was ist Ihr Spielfeld, wo ist Ihre Bühne?

(...)

Zu den Autorinnen

Friederike Matheis und Sophie Löffler beraten und coa­chen in Kooperation MediatorInnen speziell in Fra­gen zum Thema Marketing und Akquisition.

Friederike Matheis ist zertifizierte Anwalts-Mediatorin, Er­­folgs-Co­ach für Rechtsanwälte und Seminaranbieterin für Selbst­­ent­wick­lung und Life-in-Balance un­ter ihrer Mar­ke beyourself!®.

Sophie Löffler, Marketing­kauf­frau mit lang­jähri­ger Er­fah­rung in der Versiche­rungs­bran­che und zertifizierte Me­di­a­torin, bietet unter dem Na­men „Um­bruch Me­diation“ ihre Dienstleistung als Media­to­rin in Familienange­legen­heiten an.