Wulf Köhn

Jahrgang '41

Eine Neuköllner Nachkriegskindheit 1945-1950. Mit einer sozialisationsgeschichtlichen Notiz von Ulf Preuss-Lausitz.
(= Berliner Schuljahre. Erinnerungen und Berichte, hgg. von Klaus Wiese und Ilona Zeuch, Heft 4).

1995
geheftet, Schutzumschlag, 60 Seiten, 10 Abb., 24,5 x 17 cm.

Preis: (D) Euro 8,60
ISBN 978-3-925961-11-3
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Abstract

In Köhns Bericht ist viel von Mangel, Angst, Zwängen und Repression die Rede, kennzeichnend für die Kindheit in der Nachkriegszeit bis weit in die fünfziger Jahre hinein. Die Forschung hat aber herausgefunden, dass es zugleich eine große Freiheit gab. Diese Mischung aus strenger Kontrolle dort, wo die Erwachsenen waren, und unbeaufsichtigtem Freisein überall dort, wo diese nicht hinkamen, ist eine typische Erfahrung der (Nach-)Kriegskinder. Die Forschung spricht von "Kontrollloch", einer von den Erwachsenen gar nicht gewünschten, aber aufgrund ihrer Existenzsicherungs-Beschäftigung unvermeidlich gegebenen Freiheit. Auch darin liegt ein Grund für das verbreitete Schweigen zwischen Eltern und Kindern.

Klappentext

"Ich gehörte zu den Kindern, die fast jeden Tag etwas anstellten. Ich kannte die Lieder nicht, die von den anderen gesungen wurden, und bekam Ohrfeigen, weil ich nicht mitsang. Also bewegte ich bei jedem Lied den Mund, in der Hoffnung, das merkt keiner." (Wulf Köhn)

"Die Jahrgänge um 1940, die Jahrgänge zwischen strenger Kontrolle zu Hause und in der Schule und großer Freiheit dazwischen, sind jene, die in den späten Fünfzigern mit den Halbstarken-Krawallen und in den Sechzigern an den Universitäten den ,Muff von 1000 Jahren' vertrieben..." (Ulf Preuss-Lausitz)

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